Netzfund: Linde, Eiche und anderes Grünzeug – sagenumrankte Spiegelbilder der Volksseele

Netzfund: Linde, Eiche und anderes Grünzeug – sagenumrankte Spiegelbilder der Volksseele

Einen Artikel zum Thema findet man auf dieser Seite, die ich beim abendlichen stöbern durch das Internet, entdeckt habe. Ein Gedicht aus dem Artikel zur Einstimmung.

Auf einem hohen Berge steht
An dichtem Waldesrande
Die alte Linde winddurchweht,
Blickt aus auf ferne Lande.

Hatt’ ich, umhaucht von Blütenduft,
Gelauscht dem lieben Baume,
Ward mir, als spräche aus der Luft
Ein Geist zu meinem Traume. -

Er kündete aus alter Zeit
Mir manche seltne Märe
Von kühnen Ahnen, so im Streit
Errungen Ritterehre.

Er zeigte mir am fernen Blau
Des Himmels dunkle Mauern,
Im Abendschimmer geistergrau
Die alten Burgen trauern.

Wo ist die schöne, frische Zeit,
Als tapfre Kriegsgenossen
Zu Tale zogen kampfbereit
Auf starken Ritterrossen?

Die Ritter und die Rosse sind
Gebleichte Totenbeine;
In Mauerrissen stöhnt der Wind,
Als ob er um sie weine.

An heiße Kämpfe mahnt die Glut
Der roten Felsennelke,
Sie schimmert hell wie frisches Blut
Durchs Mauergras, das welke.

Am kühlen Brombeerstrauche taut
Noch manches Blatt von Tränen,
Die einst vergoß die Ritterbraut
In bangem Liebessehnen.

Aus treuer Muttererde schoß
Des Epheus scheue Ranken
Als letzter Mauerhalt durch Moos
Und rauhe Dornen schwanken.

Die Lieblinge der alten Zeit,
Die schwarzen Trauerschlangen,
Sinnbilder dunkler Ewigkeit,
In die Ruinen drangen. -